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Touristische Wegeleitsysteme in Städten: Hinweise für die Erstellung von Lageplänen

Lage- und Orientierungspläne sind wichtige Werkzeuge zur Visualisierung von räumlichen Informationen. Mit Hilfe von Lageplänen werden die Position und Ausrichtung von Objekten in einem bestimmten Bereich dargestellt. Die Erstellung von Lage- und Orientierungsplänen stellt dabei eine grafische Herausforderung dar, da sie eine klare und präzise Darstellung der geografischen Informationen erfordert. Das Design dieser Pläne muss sowohl optisch ansprechend als auch funktional sein, um den Benutzern eine einfache Orientierung zu ermöglichen.

Sorgfältige Auswahl der Symbole und Beschriftungen

Bei touristischen, städtischen Wegeleitsystemen gibt es einige spezifische Herausforderungen. Zum einen müssen die Lagepläne die verschiedenen Sehenswürdigkeiten und Attraktionen in der Umgebung berücksichtigen und diese klar kennzeichnen. Dies erfordert eine sorgfältige Auswahl der Symbole und Beschriftungen, um die wichtigsten Informationen leicht verständlich darzustellen. Ein gut gestalteter Lageplan sollte nicht nur die geografische Position von wichtigen Orten und Sehenswürdigkeiten darstellen, sondern auch eine übersichtliche Orientierung ermöglichen.

Abgebildet werden meist kulturelle Einrichtungen wie Museen oder Theater, Denkmäler und Gedenkstätten, architektonische Highlights, Kirchen oder andere religiöse Orte, Parks und Gärten sowie diverse Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbäder oder Shoppingmöglichkeiten. Auch allgemeine Informationen, die die Infrastruktur und Mobilität betreffen, können für den touristischen Besucher relevant sein. Wo befindet sich die nächste öffentliche Toilette? Gibt es eine Straßenbahnhaltestelle in unmittelbarer Nähe?

Bsp. Lageplan eines älteren touristischen Leitsystems in Dresden. Der Lageplan enthält kaum Informationen über Sehenswürdigkeiten, Infrastruktur etc. und eine Legende fehlt. Der Plan sorgt damit nicht für eine ausreichende Orientierung für den Nutzer.

Eine Sortierung aller abzudeckenden Informationen in klare Inhaltskategorien ist daher oftmals sinnvoll. Diese können beispielsweise farblich unterschiedlich oder auch per Piktogramme dargestellt werden.

Bsp. Symboliken für Inhaltskategorien bei touristischen Lageplänen

Zudem müssen relevante Wege deutlich gekennzeichnet werden, um den Besuchern eine einfache Navigation zu ermöglichen. Dies erfordert eine klare Darstellung von Straßen und Wegen sowie die Angabe von Entfernungen und Richtungen.

Bsp. für die Darstellung von Entfernungen in Lageplänen

Abwägen der wichtigsten Informationen

Im städtischen Tourismusmarketing treffen verschiedenste Interessen und Entscheidungsträger aufeinander. Es gibt oft zahlreiche Themen, die auf den Lageplänen in der Stadt abgedeckt werden sollen. Die Zielgruppen und der Verwendungszweck spielen dabei eine wichtige Rolle. Soll der Plan ausschließlich für Touristen erstellt werden oder auch für Einheimische? Je nachdem, wie die Entscheidung ausfällt, müssen unterschiedliche Informationen vermittelt werden.

Der Umfang der abzubildenden Informationen ist dabei deutlich abzuwägen. Denn ein Lage- und Orientierungsplan kann auch schnell überfüllt werden. Der Plan wird damit nicht nur schwer leserlich und unübersichtlich, sondern auch alles andere als ästhetisch ansprechend. Aus grafischer Sicht ist damit auch abzuwägen, welche Beschriftungen direkt auf dem Lageplan erscheinen und welche Positionen ausschließlich über Symboliken oder Nummerierungen dargestellt und durch die Legende ausführlich ergänzt werden.

Bsp. Unterschiedliche grafische Wirkung und Möglichkeiten für die Darstellung von Kartenausschnitten mit besonders hoher Dichte an Informationen. Eine direkte Beschriftung im Lageplan kann optisch zu einer Überladung führen.  

Barrierefreiheit und Mehrsprachigkeit

Touristische Wegeleitsysteme sollten die Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen berücksichtigen, wie zum Beispiel Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Sehfähigkeit oder Touristen, die verschiedene Sprachen sprechen. Die Pläne sollten daher barrierefrei gestaltet sein (Kontraste, ausreichende Schriftgrößen etc.), bei Bedarf barrierefreie Möglichkeiten aufzeigen (Gibt es alternative, barrierefreie Wege, um bspw. Treppen zu überwinden?) und gegebenenfalls mehrsprachige Informationen enthalten. Mittlerweile gibt es hierfür auch digitale Lösungen, die den klassischen Lageplan zum Beispiel auf Stelen ergänzen, ohne dass dieser dadurch überfüllt und schwer zugänglich wirkt. Interaktive Karten und mobile Anwendungen erleichtern die Navigation und Wegbeschreibungen.

Fazit: Die grafische Gestaltung von Lage- und Orientierungsplänen für touristische Wegeleitsysteme ist zweifellos eine anspruchsvolle Aufgabe, die sowohl ästhetische als auch funktionale Aspekte berücksichtigen muss, um den Besuchern eine angenehme und informative Erfahrung zu bieten. Die Gestaltung touristischer Lagepläne erfordert eine sorgfältige Planung, Fachkenntnisse und ein Gespür für die Bedürfnisse der Nutzer. Eine gelungene Gestaltung kann dabei maßgeblich dazu beitragen, dass sich Touristen und Einheimische in einer neuen Umgebung zurechtfinden und die Schönheiten einer Region entdecken können.

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